KZ-Gedenkstätte Isenschnibbe erneut geschändet

Am Wochenende des 12./13.01.2013 haben Unbekannte die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe, bei Gardelegen, geschändet.

Es ist bereits die zweite Schändung der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe innerhalb eines Vierteljahres. Erst Ende Oktober hatten vermutlich Neonazis 18 Ruhestätten von NS-Opfern beschädigt. Dabei waren metallene Grabmarkierungen, Kreuze und Schilder mit Buchstaben abgerissen worden. Einige der abgerissenen Kreuze trugen Davidsterne. Bei der erneuten Schändung gingen die Neonzais sogar noch einen Schritt weiter und ordneten die 18 abgerissenen Grabkreuze zu einem Neonazisymbol zusammen und ließen sie zurück.

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 13. April 1945, waren in der Isenschnibber Feldscheune, vor den Toren von Gardelegen, mehr als 1.000 KZ-Häftlinge ermordet worden. Sie waren zuvor in mehreren Todesmärschen aus KZ-Lagern in die Altmark-Stadt gekommen. Weil die Gefangenen aufgrund der näher rückenden Front nicht mehr abtransportiert werden konnten, wurden sie in die Feldscheune bei Isenschnibbe gesperrt und bei lebendigem Leibe verbrannt oder erschossen. Die am nächsten Tag eintreffenden US-Amerikaner zwangen Einwohner von Gardelegen dazu, die Leichen zu begraben. Der Friedhof für die Opfer von Isenschnibbe erhielt zunächst den Status eines Militärfriedhofs und wurde später zur Gedenkstätte ausgebaut.

Solche und andere Aktionen von Neonazis stehen unserer Meinung nach in direkter Verbindung zu geschichtsrevisionischten Ereignissen wie dem Neonazi-Trauermarsch am 12.01.2013 in Magdeburg. Auch dort wird die Geschichte, insbesondere die alleinige deutsche Kriegsschuld, verdreht und relativiert. Für uns ist es deshalb nicht verwunderlich dass Neonazis, die vom Staat und deren bullen unterstützt werden bei ihrem Aufmarsch durch Magdeburg, dadurch auch noch genügend Selbstbeswusstsein sammeln können um im Anschluss solche kriminellen Schändungen zu begehen.

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