11./12.01. – Antifa-Aktionen in Magdeburg

Für den 12.Januar 2013 riefen Neonazis, rund um Andy Knape (JN-Bundesvorsitzender) und Sascha Braumann (Blood & Honour), zu ihren alljährlichen Nazi-Trauermarsch in Magdeburg auf. Als „Initiative gegen das Vergessen“ sollte nun bereits zum 14. Mal der Bombardierung der Stadt Magdeburg im 2. Weltkrieg durch alliierte Kräfte gedacht werden, und dieses Event zum Anlass genommen werden um menschenverachtende und rassistische Politik auf die Straße zu tragen.

Selbstverständlich regte sich auch in diesem Jahr wieder in Salzwedel und Umgebung der Protest gegen diesen Naziaufmarsch.

Bereits am Freitag machten sich mehrere Autos aus Salzwedel auf den Weg nach Magdeburg um an der antifaschistischen Vorabenddemo von „Entschlossen Handeln!“, unter dem Motto „Staat & Nazis Hand in Hand – Organisiert den Widerstand“, teilzunehmen.

Die Demo startete um 19Uhr am Hauptbahnhof und lief einmal fast durch die gesamte Innenstadt Magdeburgs. Die etwa 350 Teilnehmer waren bester Laune und wirkten entschlossen, den Naziaufmarsch am Folgetag zu verhindern! Viele themenbezogene Parolen, Transparente und eine Menge Pyrotechnik waren an diesem Abend zu sehen und zu hören. Alles in Allem eine schöne Demo. Dass die Technik des Lautsprecherwagens nicht so wollte wie die Organisator_Innen, trübte die Stimmung nicht wirklich und so zog die Demo lautstark und entschlossen bis zum „Alten Markt“, an dem sie schließlich auch aufgelöst wurde.

Am, Folgetag, Samstag, den 12.01. sollte nun der Nazi-Trauermarsch stattfinden. Eine Vielzahl Bündnisse, Organisationen, Antifagruppen und Einzelpersonen riefen zu verschiedenen Aktionen und Aktionsformen an unterschiedlichen Orten auf.

Die Mobilisierung erfolgte bundesweit und so kam es dass auch wir von der „Antifaschistischen Aktion Salzwedel [AAS]“ einen Bus mieteten und dieser aus Salzwedel/Lüchow in den frühen Morgenstunden den Weg nach Magdeburg antrat.

Die Fahrt verlief problemlos und in Magdeburg angekommen verteilten sich die verschiedenen Bezugsgruppen an den verschiedenen Aktionsorten. Nachdem bereits sehr früh klar war, dass der ursprünglich geplante Treffpunkt der Neonazis (Bahnhof Herrenkrug) von mehreren tausend Menschen erfolgreich am Jerichower Platz blockiert ist, verlegte die Einsatzleitung der Polizei diesen spontan zum Bahnhof „Salbke/SKET“, in den Stadtteil Fermersleben. Dieser befand sich rund 9km Luftlinie von der Innenstadt und der ursprünglichen und blockierten Demoroute entfernt. Trotz dieser Tatsache gingen die Bullen aggressiv und scheinbar ziemlich planlos gegen jeglichen, aufkeimenden Protest aktiver Antifaschist_Innen vor. Mehrmals wurde von mehreren hundert Menschen versucht Polizeiketten zu umfließen, bzw. zu durchbrechen um ihr Recht auf zivilen Ungehorsam in Sicht – und Rufweite der Nazis geltend zu machen. Dabei kam es zu mehreren hundert verletzten Menschen durch Polizeieinsätze. Weiterhin konnte oft beobachtet werden, wie die Bullen mit ihren Autos in Menschenmengen fuhren, sich gezielt Leute ausguckten und diese willkürlich und in bester Entführungs-Manier in ihre Autos zogen, festnahmen und davon fuhren.

Abschließend bleibt festzuhalten dass die Nazis ihren Aufmarsch in aller Ruhe, geschützt und unterstützt durch Politik und Polizei, anfangen und zu Ende bringen konnten. Dabei ist die Tatsache, dass der Aufmarsch durch entschlossene Proteste, erstmals an den äußersten Stadtrand gedrängt wurde, nur ein geringer Trost. Fakt ist, dass Nazis und Staat mal wieder Hand in Hand durch Magdeburg marschieren konnten und ihre menschenverachtende und geschichtsrevisionischtische Propaganda auf die Straße und unter die Bevölkerung tragen konnten.

Die Abreise der zahlreichen Gegendemonstrant_Innen gestaltete sich problemlos. Lediglich in Burg (bei Magdeburg) kam es zu einem Angriff von mehreren Neonazis und rechten Hooligans auf eine kleine Gruppe junger Antifaschisten. Dabei erlitten diese Verletzungen, die ambulant behandelt werden mussten. Die Angreifer flüchteten nach diesem Vorfall mit ihren Autos, jedoch nicht ohne vorher von den Antifaschisten erkannt zu werden.

Unsere Solidarität gilt allen Opfern von Nazi – und Bullengewalt in Magdeburg und überall!

Antifaschistischen Selbstschutz organisieren – Naziaufmärschen entschlossen entgegentreten!

„Antifaschistische Aktion Salzwedel [AAS]“